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| Argentinien |
Einer der faszinierendsten Aspekte des argentinischen Weinbaus ist die Vielzahl der gepflanzten Rebsorten im Vergleich zu anderen Ländern in der neuen Welt. Neben den international gängigen Sorten wie Chardonnay, Sauvignon Blanc, Chenin Blanc, Semillon, Pinot Gris, Pinot Noir, Cabernet Sauvignon, Merlot und Syrah, werden auch Rebsorten angepflanzt, die ihren Ursprung in Italien, Frankreich oder Spanien haben: z.B. Sangiovese, Tocai Friulano, Ugni Blanc (Trebbiano), Barbera, Nebbiolo, Petit Verdot, Tannat und Tempranillo; aber auch Gewürztraminer, verschiedene Muskat-Sorten und Riesling. Während die traditionellen Rebsorten Criolla und Cereza immer noch den Löwenanteil ausmachen, schwindet ihre Bedeutung aber immer mehr, da sich die Vorlieben der Verbraucher mehr feineren Weinen zuwendet. Und mit Torrontés und Malbec gibt es in Argentinien zwei Rebsorten, die man fast nirgendwo auf der Welt mehr findet. Eine Besonderheit ist sicherlich, dass viele Reben mit durchschnittlich 50 Jahren sehr alt sind. Da die Reblaus bisher keine Bedeutung gespielt hat, wachsen die meisten Rebstöcke auf eigenen Wurzeln.
Die Anbaugebiete Argentiniens erstrecken sich von Salta im Norden bis Rio Negro in Patagonien im Süden auf einer Länge von rund 2.000 Kilometern – in den letzten Jahren hat sich aber der Weinbau vor allem in die kühleren südlichen Gebiete verlagert.
Die wichtigsten Weinbauregionen sind:
- Salta (2,0 %)
- La Rioja - Catamarca (7,5 %)
- San Juan (17,1 %)
- Mendoza (71,9 %)
- Río Negro - Neuquén (1,6 %)
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| Australien |
Als Begründer des australischen Weinbaus gilt der schottische Einwanderer James Busby (1802-1871). Seine Kenntnisse hatte er in Frankreich erworben; und das wohl gründlich, denn 1825 gründete er im Hunter Valley eine Farm – in einer Gegend, die heute noch zu den besten Weinbauregionen des Landes zählt. 1833 brachte er von einer Europareise rund 100 Setzlinge mit, darunter auch Syrah, der später als Shiraz in Australien Berühmtheit erlangen sollte. Zusätzlich veröffentlichte er zahlreiche Bücher. Australische Weine zeichnen sich durch ihre Saftigkeit, ihren Fruchtcharakter und ihre Üppigkeit aus. Sicherlich wachsen die Trauben in unterschiedlichen Regionen mit unterschiedlichen Böden und unter unterschiedlichen klimatischen Bedingungen heran, aber der gemeinsam Faktor, der sie auszeichnet ist der reife, lebendige Fruchtcharakter.
2001 wurde das Appellations-System „Geopgraphical Indications“ (GI) eingeführt. Gegenüber anderen Systemen ist es sehr einfach und lässt den Winzern großen Spielraum. Es werden nämlich weder Rebsorten, Rebsorten-Schnitt, Erziehungsmethode, Alkoholgehalt oder Weinstil vorgeschrieben, sondern nur Grenzen von Anbauzonen festgelegt. Wird ein Anbaugebiet angegeben, muss der Wein zu 85% von dort stammen. Die Appellationen und Unterappellationen in Klammern:
- New South Wales : Hunter Valley (Hunter), Northern Rivers (Hastings River); Central Ranges (Mudgee, Orange, Cowra); Big Rivers (Murray Darling, Swan Hill, Riverina, Pericoota); Southern New South Wales (Hilltops, Canberra District, Tumbarumba); South Coast (Shoalhaven); Northern Slopes; Western Plains
- Victoria : North West Victoria (Murray Darling, Swan Hill) – zusammen mit New South Wales; Western Victoria (Far South West Victoria, Grampians, Pyrenees, Ballarat); Central Victoria (Bendigo, Goulbourn Valley, Central Victorian High Country); Port Phillip (Geelong, Macedon, Sunbury, Yarra Valley, Mornington Peninsula); North East Victoria (Rutherglen, Glenrowan, King Valley, Ovens Valley); Gippsland
- South Australia : Mount Lofty Ranges and Adelaide (Clare Valley, Adelaide Plains, Adelaide Hills); Barossa (Barossa Valley, Eden Valley); Lower Murray (Riverland); Fleurieu (McLaren Vale, Langhorne Creek); Limestone Coast (Robe; Coonawarra ; Mount Benson; Padthaway; Wrattonbully, Mount Gambier); Far North; the Penisulas
- Western Australia : Greater Perth (Swan District, Perth Hills, South West Coast); Central Western Australia; South West Australia (Geographe; Margaret River, Blackwood Valley, Pemberton, Great Southern); West Australian South East Coastal; Eastern Plains, Inland & North of Western Australia
- Queensland : Granite Belt; South Burnett
- Tasmanien
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| Chile |
Weinbau hat in Chile eine lange Tradition; über die spanischen Eroberer kam er vermutlich über Peru oder Mexiko nach Chile. Um 1550 pflanzte Don Francisco de Aguirre in La Serena die ersten Rebstöcke. Wie überall in der ‘Neuen Welt’ benötigte man in erster Linie Messwein – jede neu angelegte Mission legte sofort einen eigenen Weinberg an. Doch schnell erkannten die Jesuiten- und Franziskaner-Patres, dass der Verkauf ihres Weins eine zusätzliche und willkommene Geldquelle darstellte. Zusätzlich wurde in einigen Teilen Chiles auch Land an Siedler vergeben, verbunden mit der Auflage innerhalb eines Jahres Rebstöcke zu pflanzen – ansonsten konnte ihnen der Grund wieder weggenommen werden. Mit den aus Spanien stammenden Rebsorten Albilho, Moscatel, Pais (identisch mit der historischen Mission) und Torontel wurde billiger Massenwein erzeugt – ausreichende Mengen um den lokalen Markt zu beliefern und um Überschüsse nach Peru und Mexiko zu verschiffen.
Die natürliche Barriere der Andenkordillere, der Pazifik im Westen, die Atacama-Wüste im Norden und die semi-polaren Bedingungen in Patagonien im Süden verhinderten das Eindringen der Reblaus. Es wird vermutet, dass durch die traditionelle Bewässerung durch Überflutung der Weingärten die wenigen Exemplare dieses Schädlings immer wieder vernichtet werden. Schon die Inkas hatten ein umfangreiches Netz von Kanälen angelegt, mit dem 1,2 Millionen Hektar Land bewässert wurden. Deshalb gibt es in Chile große Rebflächen mit unveredelten Rebstöcken. |
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| Kalifornien |
Gerne verbindet man mit Kalifornien ständigen Sonnenschein und endlose weiße Strände. Das Klima Kaliforniens ist größtenteils geradezu paradiesisch. Auch für den Weinbau bietet der Westküstenstaat ideale Bedingungen. Kalifornien ist mit 411.000 km² der dritt größte Bundesstaat der USA. (Deutschland = 357.000 km²). Er erstreckt sich zwischen 42° (in Europa z.B. Bordeaux) und 32° nördlicher Breite (Nordafrika). Die Rebflächen sind weit über das Land verstreut. Von der Nordgrenze des „Golden State“ bis nach Mexiko sind es 1500 km – das entspricht der Entfernung zwischen Hamburg und Neapel. Das Land, das eine 70.000 km² größere Fläche als Italien hat, beherbergt demnach mehrere Weinbauregionen mit eigenem Klima und einer ganz unterschiedlichen Geschichte. Entlang der Küste verlaufen vom Norden bis kurz vor Los Angeles Küstengebirge. Im Westen wird Kalifornien von der Sierra Nevada begrenzt. Die Landwirtschaft ist der wichtigste Wirtschaftszweig Kaliforniens. Aufgrund seiner südlichen Lage und seines durch Gebirge vor Kälteeinbrüchen abgeschirmten Daseins besitzt Kalifornien mäßig warme bis heiße Klimabedingungen. Zwischen April und Oktober fällt in der Regel kein Regen, so dass die Trauben bis zum optimalen Zuckergehalt ausreifen können. Die Temperaturen während der Wachstumsperiode werden bestimmt durch den Gegensatz zwischen heißer Luft im Central Valley und dem durch einen kalten Meeresstrom entstehenden Küstennebel. Dadurch werden die Temperaturen in den küstennahen Anbaugebieten gekühlt und die Wachstumsperiode verlängert sich. Die wichtigsten Großlagenbezeichnungen sind North Coast, Central Coast und Central Valley mit Sierra Foothills und Sacramento Valley. Darunter gliedern sich die kleineren Lagen wie Sonoma County, Napa Valley, Carneros, Lake County, Mendocino und Contra Coast (North Coast), Santa Barbara County, Santa Cruz Mountains, San Luis Obispo County, Monterey County (Central Coast), El Dorado, Amador (Sierra Foothills), Yolo, Lodi, Solano (Sacramento Valley), Madera und San Joaquin (Central Valley) und die Bay Area. Diese sind jeweils wiederum in kleinste Appellationen unterteilt. |
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| Neuseeland |
Der englische Seefahrer James Cook nahm 1769 das aus zwei Hauptinseln bestehende Land für seine Heimat in Besitz. Mit den ersten Reben, die der anglikanische Missionar Samuel Marsden 1819 aus Australien mitbrachte und bei Kerikeri an der Nordostküste der Nordinsel pflanzte, begann die Weinbaugeschichte Neuseelands. James Busby, der bereits den australischen Weinbau begründet hatte, legte nicht weit entfernt davon bei Waitangi einen Weinberg an und erzeugte erste nennenswerte Wein-Mengen. Das Weinbaugebiet rund um Auckland wurde von Einwanderern aus Dalmatien geschaffen, auch heute noch sind kroatische Familien ein fester Bestandteil des neuseeländischen Weinbaus. Heute zählt man knapp über 400 Wineries, die auf einer Rebfläche von über 19.000 Hektar (¾ davon entfallen auf die Hauptregionen Marlborough, Gisborne und Hawke’s Bay) Weine produzieren. |
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| Südafrika |
Weinbau findet vor allem entlang des 34° Längengrades statt. Das Klima ist nahezu ideal – und kühler als man aufgrund der südlichen Lage vermuten möchte. Die Nähe zum Atlantischen Ozean im Westen und zum Indischen Ozean im Osten prägt die klimatischen Bedingungen. Selten liegen die Weinberge mehr als 50 km vom Meer entfernt, so dass die kühlenden Einflüsse der Ozeane in Form von dichten Wolkenbänken die Tagestemperaturen nach unten korrigieren und somit für kühle Nächte und eine ausreichend lange Reifeperiode sorgen. Es gibt einen langen, meist sonnigen Sommer und einen milden, aber feuchten Winter. Regen fällt vor allem in den Monaten zwischen Mai und August. Zuweilen setzt ein kalter und böiger Wind aus Südost ein, „Cape Doctor" genannt, der zwar die Luft reinigt, aber auch große Schäden in den Weinbergen anrichten kann.
Doch das Klima der besten, in Küstennähe liegenden Weinbauregionen ist durchaus wechselhaft. Somit kommt bei südafrikanischen Weinen den Jahrgängen ebensoviel Bedeutung zu, wie das bei europäischen der Fall ist.
Südafrikas Bodentypen sind sehr unterschiedlich – oft schon in einem einzigen Weinberg. Generell kann man sagen, dass die Böden an der Küste zwischen verwittertem Sandstein des Tafelbergs im Westen und Granit an den Berghängen im Osten variieren. In den Talsenken finden sich vor allem Sand- und Kiesböden, an den Berghängen eher Granitböden. In der Karoo dominieren Schieferböden.
Man unterscheidet vom Klima, Bodentyp und Weintyp her zwei Hauptregionen: die unter Einfluss des Atlantiks gemäßigtere und regenreichere Küstenregion mit Gebieten wie Constantia, Durbanville, Overberg, Philadelphia, Stellenbosch und neuere an der Westküste mit zumeist trockenen Weiß- und Rotweinen und die regenärmeren und heißeren durch Bergketten abgetrennten Gebiete Klein Karoo, Olifants River, Robertson und Worcester, in denen großteils eine künstliche Bewässerung erfolgen muss. |
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